Neues Abo: Financial Times Deutschland

Ich habe mir nun wieder eine neue Tageszeitung abonniert, nach der Sueddeutschen, der unentbehrlichen taz und einem Probeabo der FAZ kriege ich nun für drei Monate die FTD ins Haus.
Die Wahl überrascht bestimmt, der Name begründet natürlich eine wirtschaftsliberale Einstellung. Und dieser Eindruck trübt keineswegs. Im (unsigniertem) Leitartikel der Ausgabe vom Freitag, den 9. März wird diese Annahme bestärkt. Aber in genau dem Artikel wird die Notwendigkeit der Energiewende betont. Am eigenen Widerstand muss sich eine Entscheidung messen lassen. Die Entscheidung zur Energiewende wird in der FTD sehr ausführlich diskutiert, nicht nur in dem mehrseitigen Special vom 9. März, auch in einer mehrwöchigen Artikelserie.
Uns Grünen wird stets vorgeworfen, wir würden zu wenig von Wirtschaft verstehen. Wenn Wirtschaftskompetenz den Grad der Nähe zu Unternehmerpositionen sein soll, dann gerne.

Ich gehe davon aus, dass ich das Abo nicht verlängern werde, die Zeitung hat aber drei Monate Zeit, mich vom Gegenteil zu überzeugen. Was mir sonst noch durch den Kopf geht: ist die FTD vielleicht eine der wenigen letzten marxistischen Zeitungen? Wenn das Sein das Bewusstsein bestimmt, dann müssen wir uns mit dem Sein auseinandersetzen. Das Primat der Wirtschaft über das Sein, wird, denke ich, von sonst kaum einer Zeitung aufgegriffen. Nicht dass ich ideologischer Marxist wäre, aber die inhaltliche Tendenz gibt sicherlich genügend Reibungsfläche. Seien wir gespannt. Meine politische Meinung werde ich wegen der neuen Zeitung nicht ändern.